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Schreibblockade – die schwarze Kiste im Hirn

Der Kopf ist doch voll. Eigentlich. Man hat sich so viele Gedanken gemacht, man weiß doch,
was man schreiben will. Eigentlich. Aber warum schafft man‘s dann zum Verrecken nicht?

 

Keiner ist davor gefeit

Eine Schreibblockade – huuu … fürchterliches Wort! – kann jeden treffen. Nee, nicht bloß
große Schriftsteller wie Stephen King, Douglas Adams, Ernest Hemingway oder Fjodor Dostojewski.
Wirklich JEDEN!
Das fängt oft schon in der Schule an. Da sitzt man als halbmotivierter Zwerg vor dem weißen Blatt Papier,
man kennt das Thema, über das geschrieben werden soll, man war vor ’ner halben Stunde noch
absolut überzeugt davon, dass man sich total super auf diesen beknackten Aufsatz vorbereitet hat.
Und dann, wenn‘s soweit ist, kribbelt‘s im Bauch. Die Beine werden weich wie warmes Knetgummi.
Die Finger zittern, die Wangen glühen. Gnadenlos tickt die Uhr gegenüber an der Wand, gnadenlos
ticken die Augen der Lehrerin über den Rand ihrer Brille hinweg von leerem Gesicht zu leerem Gesicht.
Irgendwann fängt man dann halt doch an zu schreiben. Irgendwas. Fetzen von dem, was man sich
vorher ausgedacht hat. Ungeordneten Dumpfsinn. Muss ja sein. Hoffentlich gibt‘s dafür wenigstens noch ’ne Vier …
Weiter geht‘s dann in der Ausbildung oder im Studium. Egal ob Haus- oder Examensarbeiten, Berichtshefte,
Referate, Briefe, Anfragen – man bringt einfach nicht das zu Papier, was vorher im Kopf noch so prima
geklungen hat. Es ist, als wäre da plötzlich eine schwarze Kiste im Hirn, in der alles eingeschlossen ist.
Da kommt nix mehr raus, da ist nur noch Leere drumrum.

Es herrscht Krieg!

Meine Güte, was wurden (und werden!) da für Scharmützel ausgetragen! Manchmal hat man glatt
den Eindruck, das Schreiben sei ein Krieg und jeder Fetzen Papier ein Schlachtfeld!
Da wird bis aufs Blut mit dem richtigen Einstieg gekämpft, mit jedem Wort wird gerungen, als ginge es
um Leben, Ehre und Vaterland!

Und woran liegt’s?

Was ist eigentlich der Grund dafür, dass so viele Menschen überhaupt von dieser ominösen Schreibblocke überfallen werden?
Oft ist es ganz schlicht und einfach: Sie haben Angst, zu versagen. Vielleicht, weil sie unbedingt
ein perfektes Ergebnis abliefern wollen (oder müssen). Da baut sich ein so enormer Druck auf,
dass von einem freien, unbeschwerten Schreiben absolut nicht mehr die Rede sein kann. Dass das dann
keinen Spaß mehr macht, versteht ja wohl jeder.
Vielleicht ist es auch das Konzept, das man sich vor dem eigentlichen Schreiben leider eben NICHT
zurecht gelegt hat. Dann fehlt‘s einfach mal an einer vernünftigen Struktur.
Neurologen behaupten sogar, dass so eine plötzliche Unfähigkeit, das vorher Erdachte zu Papier zu bringen,
an einer Fehlfunktion des Hirnlappens liegt. Klingt auch nicht gerade tröstlich.
Was die Finger aber auch häufig
in Starre über der Tatstatur verharren lässt ist eine schiere Überflutung an Informationen.
Man hat Berge von Unterlagen durchgeackert, man kennt jedes Detail zu diesem Thema – und man ist überfordert!
Das Hirn spielt nicht mehr mit, schaltet sich ab, packt alles in eben jene ominöse schwarze Kiste.
Weg damit, lieber nix als Nonsens.

Muss ja nicht jeder wissen

Und was kann man gegen diese vermaledeite Schreibblockade tun, wenn man nicht gerade zum Psychologen,
Neurologen oder zur Beratungsstelle an der Uni rennen will? Ist ja auch peinlich so was, das bindet man ja nicht
jedem gleich auf die Nase.

Das hilft dagegen

  1. Machen Sie sich einen Fahrplan.
    Schreiben Sie also so eine Art Drehburg, strukturieren Sie den Text, den Sie verfassen wollen, Punkt für Punkt
    in der Reihenfolge, in der die Informationen, Beschreibungen, Dialoge etc. auftauchen sollen. Fangen Sie mit
    einer oder mehreren Überschriften an, dann überlegen sie, was Sie in den Einstieg schreiben wollen,
    in den Hauptteil und in den Schluss.
  2. Schreiben Sie mal woanders.
    Die meisten von uns haben immer genau einen Ort, an dem sie schreiben – meistens natürlich das Büro.
    Gehen Sie einfach mal raus und schreiben Sie per Papier und Kuli draußen im Garten. Oder am Seeufer.
    Oder an den Bahngleisen …
    Eine veränderte, ungewohnte Umgebung kitzelt oft die Kreativität wach.
  3. Vergessen Sie den Anfang …
    … und beginnen Sie einfach mal mit dem Ende. Oder mit einem Teil in der Mitte. Vielen fällt es ja schwer,
    den richtigen Anfang zu finden, den ersten Satz zu Papier zu bringen. Das Ende aber, das Ziel der Geschichte
    oder des Mails ist den meisten schön völlig klar. Und wenn das erst mal niedergeschrieben ist,
    arbeiten Sie sich rückwärts vor. Verbessern und korrigieren, alles aufeinander abstimmen,
    können Sie dann später immer noch.
  4. Vergessen Sie Grammatik, Orthographie und Interpunktion.
    Was bei den meisten die Konzentration aufs Wesentliche hemmt, ist die Tatsache, dass man sofort
    einen perfekten, druckreifen Text verfassen will. Daher achten wir während des Schreibens
    auf Kommas, Groß- und Kleinschreibung, Satzstellung. Aber jedesmal, wenn wir darüber nachdenken,
    ob da jetzt ein Komma hingehört oder nicht, reißt unsere Kreativität ab, die Konzentration auf den
    eigentlichen Textinhalt verkrümelt sich, der Schreibfluss versiegt. Also erst mal drauflos schreiben, dann korrigieren.
  5. Spielen Sie Bubble-Shooter … 
    … oder ein anderes Browsergame. Oder gehen Sie raus an die frische Luft, zupfen Sie Unkraut,
    rufen Sie Ihre Freundin an, trinken Sie Kaffee. Machen Sie jedenfalls eine Schreibpause. Dadurch,
    dass man sich ablenkt von der eigentlichen Aufgabe, kann das Gehirn gewissermaßen durchatmen
    und sich neu konfigurieren. Achtung! Pause machen heißt nicht, sich in die „Aufschieberitis“
    fallen zu lassen! Begrenzen Sie ihre Tätigkeit außerhalb des Schreibens auf eine Stunde, eher weniger.
    Ein längerer Zeitraum würde bedeuten, dass man unwillkürlich denkt „Jetzt lohnt es sich sowieso nicht mehr …“
    Und dann lässt man’s meistens bleiben und nimmt sich für den nächsten Tag vor, es dann aber
    „ganz bestimmt“ zu schaffen. Also lieber zwei oder drei kurze Pausen einlegen. Danach fällt
    die Konzentration wesentlich leichter, und die Kreativität fließt wieder ungehemmt.
  6. Klauen Sie von anderen!
    Suchen Sie sich ein Buch, einen Brief oder eine Mail, die Sie richtig gut fanden. Und dann lesen Sie,
    wie da formuliert wurde. Nehmen Sie nun den Text oder die Passage und münzen Sie sie auf
    Ihr Thema um. Das darf in ganzen Sätzen sogar gleich sein. Hauptsache, Sie kommen in den
    Schreibfluss und finden durch dieses Kopieren zu Ihrem eigenen Stil, Ihren Worten.
    Natürlich müssen Sie das, was Sie wirklich abgeschrieben haben, hinterher streichen
    beziehungsweise ändern. Aber das fällt dann, wenn der Text erst mal steht, wesentlich leichter.
  7. Schreiben Sie mal echten Blödsinn.
    Viel zu oft zermartert man sich das Hirn, weil man unbedingt und sofort etwas super Seriöses
    zu Papier bringen will. Genau das aber engt das Gehirn schon wieder ein wie in einer Schraubzwinge.
    Vergleichen Sie Ihre Kreativität mit einem Marathonläufer. Bevor der loslegt, wärmt er sich
    erst mal auf. Er lockert und dehnt seine Muskeln, Gelenke und Sehnen, damit beim eigentlich
    Laufen alles wie geschmiert klappt.
    Beim Schreiben funktioniert das ähnlich. Lockern und wärmen Sie sich vor dem eigentlich Text auf,
    indem Sie zum Beispiel aufschreiben, was Sie gerade vor dem Fenster sehen. Oder Sie verfassen
    mal einen absoluten Nonsenstext, bei dem Sie selbst schmunzeln müssen. Oder Sie fertigen eine
    Liste an mit allen Worten, die Ihnen mit dem Anfangsbuchstaben „K“ einfallen.
    Wichtig ist, mit dem Schreiben zu beginnen. Und wenn’s der größte Blödsinn ist – na und?
    Hauptsache, Sie finden Ihren Rhythmus, verlieren Ihre Angst vor dem weißen Blatt Papier.
  8. Nehmen Sie die beste Hilfe, die Sie kriegen können.
    Wie wäre es denn mit einem richtig guten, verständlich verfassten, logisch aufgebauten und
    absolut praktischen Schreibratgeber? So einen, der Schritt für Schritt die Kreativität weckt.
    Der hilft, jederzeit und überall einen Anfang zu finden. Mit dem jeder Text lebendiger wird,
    der Bilder in den Köpfen der Leser entstehen lässt und der erklärt, wie man es schafft, NIE WIEDER
    eine Schreibblockade zu haben – ganz egal, für was, oder wen man schreibt.

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