Selbst lektorieren – 10 Checker-Tipps für Textgiganten

Wenn du Texte für deinen Blog, für Produktvorstellungen, die Masterarbeit, ein Buch oder für deinen neuen Flyer schreibst, stehst du immer vor der Frage: Ist es mir gelungen, das, was ich sagen wollte, wirklich rüberzubringen? Und habe ich auch nicht zu viele Wortwiederholungen, unverständliche Fachausdrücke oder falsche Formatierungen benutzt? Um diese (und noch mehr) Unsicherheiten auszumerzen, solltest du JEDEN Text unbedingt selbst lektorieren, bevor du ihn veröffentlichst!

Selbst lektorieren

 

 

 

 

 

 

 

 

Ehe du dich jetzt munter an die Arbeit machst, eines vorweg: Es ist unheimlich schwierig, einen Text, den man selbst geschrieben hat, auch selbst zu lektorieren. Denn was dir aller Wahrscheinlichkeit nach fehlt, ist ein emotionaler Abstand zu deinem Text. Ein Blickwinkel, der neutral und unvoreingenommen ist. 

Grundsätzlich lässt sich daher sagen, dass es immer besser ist, einen Text erst mal von einem Freund, Kollegen oder einem Profi gegenlesen zu lassen. Wem dazu die Zeit, die Lust oder das Geld fehlt, kann sich seinen Text aber auch selbst vornehmen. Ratsam ist es aber, dabei ein paar Tipps zu beachten.

 

10 Checker-Tipps

Check 1: Trennung auf Zeit

Texte selbst lektorieren ist die eine Sache – sie aber auch zu korrigieren wieder eine ganz andere. Beim einen konzentrierst du dich auf den Inhalt, auf sachliche Richtigkeit des Geschriebenen, die korrekte Terminologie, auf Stil und Ausdruck. Beim Korrektorat wiederum werden ausschließlich formale Fehler (Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion) korrigiert. Versuche nicht, beides gleichzeitig in einem Lesedurchgang zu erledigen. Garantiert übersiehst du dabei nämlich jede Menge Fehler, die dir beim getrennten Korrekturlesen und Lektorieren viel eher ins Auge springen. 

Check 2: Technik ist King

Jedes Textverarbeitungsprogramm verfügt heute über eine mehr oder weniger gute Rechtschreibprüfung. Die einfachen Programme aber übersehen so manches. Eine professionelle Software zur Rechtschreibprüfung macht vor allem dann Sinn, wenn du oft und viel schreiben musst, das natürlich fehlerfrei sein soll. Sie findet zum Beispiel doppelte Wörter oder auch verdrehte Buchstaben und andere Flüchtigkeitsfehler.

Check 3: Lektoriere Step by Step

Widersteh’ der Versuchung, beim Lektorieren das große Ganze auf einmal sehen zu wollen. Konzentriere dich stattdessen lieber erst mal darauf, die Satzstrukturen stimmig zu machen. Dann nimmst du dir im zweiten Durchgang die Wortwahl vor, beim dritten Lektorieren achtest du auf die Grammatik und schließlich auf die Interpunktion.

Check 4: Prüfen, prüfen, prüfen …

Man kann’s nicht oft genug sagen: Fakten, Zahlen und Eigennamen müssen einfach 100%ig stimmen! Das heißt, dass die Fakten perfekt recherchiert sein müssen, um nicht bloße Behauptungen zu sein. Gleiches gilt natürlich für Zahlen. Bei Namen kommt es auf die richtige Schreibweise an und darauf, dass der Name wirklich JEDESMAL richtig geschrieben ist (z.B. „Matthias“ und „Mathias“ oder „Stefan“ und „Stephan“).

(Das ist der Unterschied zwischen einem Korrektorat und einem Lektorat)

Check 5: Wirf deinen Text in den Kerker

Du hast den Text für den neuen Flyer endlich fertig, bist stolz und würdest das Ding am liebsten direkt in den Druck geben. Kein guter Gedanke! Am besten legst du alles erst mal beiseite, schließt es in der Schublade ein oder öffnest das Dokument ein paar Tage lang nicht. Dann holst du alles wieder hervor und lektorierst noch einmal. Du wirst merken, dass dass du dich jetzt viel leichter auf das konzentrieren kannst, was du wirklich geschrieben hast – und nicht davon beeinflusst bist, was du beim Texten gemeint, aber nicht ausgedrückt hast.

Check 6: Anders lesen ist besser lesen

Wahrscheinlich wirst du den Text für deine Broschüre auf dem Computer geschrieben haben. Und wahrscheinlich wirst du ihn auch am Monitor selbst lektorieren. Das ist okay – vorerst. Dann aber solltest du den Text ausdrucken und alles noch einmal Zeile für Zeile überprüfen. Die eigene Arbeit in einem anderem Format zu lesen, ermöglicht es nämlich, bisher unentdeckte Mängel, wie beispielsweise Formatierungsfehler, effektiv zu finden. Und so ein Probedruck ist allemal günstiger, als das Endprodukt wegen solcher Nachlässigkeiten einstampfen zu lassen. 

Check 7: Dreh jedes Wort im Munde herum

Du weißt, was du gemeint hast – aber weiß das auch der Leser deines Blogs? Überprüfe also jedes Wort ganz bewusst darauf, ob du das eigentlich Gemeinte geschrieben hast oder das, was deinem Leser auch wirklich nutzt.

Check 8: Lies dir selbst was vor

Das klingt vielleicht seltsam, ist aber ein extrem wichtiger Tipp: Wenn du dir deinen Text selbst laut vorliest, erkennst du viel leichter sprachliche Probleme und sogar Fehler in der Interpunktion. Auch grammatikalische Unebenheiten, oder fehlende Wörter kannst du garantiert besser hören als sehen.

Check 9: Nutze deine Freunde und Kollegen gnadenlos aus

Wenn du alles korrigiert und lektoriert hast, wenn du sicher bist, dass jedes jedes Komma sitzt und jedes Wort aufs Feinste gefeilt ist – dann lass deinen Artikel unbedingt noch mal jemanden gegenlesen. Eigenen Fehlern und sperrigen Formulierungen gegenüber ist man beim Lektorieren nämlich ziemlich Betriebsblind. „Frische“ Augen erkennen Fehler, die man selbst immer wieder überlesen hat, viel schneller. Außerdem gibt dir jemand, der ehrlich ist, ein wertvolles Feedback zu eventuellen Verständnisproblemen, unlogischen Schlussfolgerungen und Ähnlichem.

Check 10: Lass die Profis ran

Auch wenn’s weh tut: Du kannst nicht alles können! Ganz klar hast du in DEINEM Job deine Stärken, bist auf DEINEM Gebiet ein Fachmann. Und genau darauf solltest du dich auch konzentrieren. Wenn du dir nicht 100%ig sicher bist, ob du deine Texte wirklich komplett korrigieren und dann auch noch selbst lektorieren kannst – überlass das Leuten, die auf IHREM Gebiet Profis sind. Das spart dir enorm viel Zeit, in der du dich auf dein Kerngeschäft konzentrieren kannst. Schließlich verdienst du damit dein Geld – nicht mit dem Auffinden versteckter Fehler oder sprachlicher Stolperfallen. 

Wie viel du für ein professionelles Lektorat veranschlagen musst, erfährst du hier