Hilfe zur Selbsthilfe – das sagen Experten

Hilfe zur Selbsthilfe – das sagen Experten

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Laut einer Umfrage der DAK-Gesundheit sieht die Hälfte der Deutschen
eine Selbsthilfegruppe als Rettungsanker. Für die meisten sind Treffen
mit Gleichgesinnten sogar wichtiger als Ärzte und Therapeuten

Das Alter spielt keine Rolle

Vor allem bei Depressionen, Burnout und anderen psychischen Beschwerden
sehen 47 Prozent der Menschen einen Austausch innerhalb einer Selbsthilfegruppe
als sinnvoll an. Dabei spielt laut Umfrage des Forsa-Instituts, das für die DAK-Gesundheit
1000 Deutsche zu diesem Thema interviewte, keine Rolle. Sowohl jüngere
als auch ältere Menschen wollen lieber Hilfe zur Selbsthilfe erhalten als ausgefeilte
Therapien und Medikamente.
Der Bedarf an Hilfe ist enorm. Laut einer Statistik, aufgestellt von der
DAK-Gesundheit, stehen Depressionen, Angststörungen, Anpassungsstörungen
und das Ausgebrannt-Sein an dritter Stelle der Fehltage unter deutschen Arbeitnehmern!

Auf den Rat vom Fachmann verzichten die wenigsten 

Natürlich sind Ärzte und Psychologen bei solchen Leiden nach wie vor
enorm wichtige Ratgeber. 93 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auf
die fachmännische Hilfe nicht verzichten wollen – dass begleitende Therapien
und Selbsthilfegruppen aber dennoch einen wichtigen Platz für in der Behandlung
einnehmen.
Jörg Bodanowitz, Sprecher der DAK, betont, wie wichtig Selbsthilfeorganisationen
bei der Bewältigung von psychischen Leiden sind. „Sie bilden die vierte Säule im
deutschen Gesundheitswesen“, sagt er. „Neben der ambulanten und
stationären Behandlung sowie den Rehabilitationsmaßnahmen.“

Was passiert in einer Selbsthilfegruppe?

Fast vier Millionen Deutsche besuchen mehr oder weniger regelmäßig eine der
nahezu 100.000 Selbsthilfegruppen. Zu deren Förderung sind die gesetzlichen
Krankenkassen sogar verpflichtet. Dennoch wissen 27 Prozent der befragten
Männer nicht, was in Selbsthilfegruppen eigentlich gemacht wird. Frauen scheinen
sich da besser zu informieren: 83 Prozent gaben an, sich schon mindestens
ein Mal intensiv mit diesem Thema beschäftigt zu haben.
In einer Selbsthilfegruppe schließen sich Betroffene und/oder Angehörige zu einem
freiwilligen, eigenverantwortlichen Engagement zusammen.
Die Aktivitäten richten sich in aller Regel auf Gespräche und gegenseitige Hilfestellung,
auf Ratschläge und die gemeinsame Bewältigung der Probleme. Oft wird die Gruppe
von einem Moderator geleitet bzw. organisiert.
Selbsthilfegruppe gibt es für fast alle Bereiche, in denen es um gesundheitsbezogene
Themen geht: von körperlichen Erkrankungen über Allergiker und Krebspatienten
bis hin zu Suchterkrankungen und psychischen Leiden.

Hier finden Sie Rat und Hilfe

Etwa 300 Selbsthilfekontaktstellen gibt es in Deutschland, die den Kontakt zu
lokalen Selbsthilfegruppen herstellen können. Die Berliner Kontaktstelle
NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung
von Selbsthilfegruppen) gibt bundesweit Informationen zu entsprechenden Gruppen.
Kontakt unter 030 / 31 01 89 60 oder www.nakos.de
Unter http://www.dak.de/selbsthilfe bietet auch die DAK-Gesundheit Informationen
für Betroffene und Selbsthilfegruppen. (Nähere interessante Infos zu den Leistungen
der gesetzlichen Krankenkassen: http://www.kvzentrale.com/thema/gesetzliche-krankenkassen)

Einfachste Schreib-Übungen befreien die Seele

Als äußerst hilfreich hat sich für Betroffene, die zum Beispiel unter Ängsten leiden,
von einem Burnout bedroht oder durch innere Konflikte gehemmt sind, die Schreibtherapie erwiesen.
Beim sogenannten mentalen Schreiben wird auf eine spezielle Weise über belastende
Dinge, Lebenssituationen oder Personen geschrieben, sodass man sich – oft zum ersten Mal
überhaupt – bewusst mit diesen Problemen auseinandersetzt. Mit Hilfe eines Coaches
stellt man sich diesen negativen Gefühlen, macht sie greifbar und konkret.
Mehr dazu unter: www.ralfzahn.de/mentales-schreiben oder unter 07221 – 80 19 772.

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2 Comments

  1. So ist es. Dem stimme ich voll und ganz zu. Bin selber betroffen. Familienmitglieder waren und sind es noch.
    Manches müsste nicht sein. Es ließe sich wirklich sehr viel vorbeugen. Voraussetzung dafür ist die frühzeitige Aufklärung.
    Es fängt im Elternhaus an, sollte weiterführend in Schulen sein.
    Gerade in unserer verrückten Welt. Wir alle wissen es. Zu viel wird im Leben abverlangt, Menschen werden überfordert und sie überfordern sich selbst.
    Wettbewerb und Konkurrenz sind groß. Medien stacheln dazu noch an. Genauso die aggressive Werbung, wobei es doch meistens nur um Profit geht.
    Selbsthilfegruppen sind gut. Es gibt zum Glück viele Hilfsangebote. Betreffende sollten versuchen das zu machen, was für sie gut ist.
    Besonders ihre Stärken verstärken. Sich frei schreiben ist sehr hilfreich. Ich habe es seit vielen Jahren an mir selbst bemerkt und es ist wissenschaftlich erwiesen.
    Malen, Musik hören, Sport und der Umgang mit Tieren, all die Dinge können helfen.
    Bewegung und die Schönheiten der Natur genießen, sich mit Freunden treffen. Die Menschen sollten positiv zu denken. Nicht immer die negativen Nachrichten hören und ansehen. Sondern sich an Gutem festhalten. Medikamente an zweitrangiger Stelle einnehmen. Wer unter Psychosen leidet, der muss sie leider regelmäßig einnehmen. Oft helfen Depotspritzen.

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