Wer braucht schon „Kreatives Schreiben“?

Wer braucht schon „Kreatives Schreiben“?

Wenn ich schreibe, dann höchstens mal ’ne SMS oder so“, sagt der eine. 
„Genau“, sagt der andere. „Und wenn‘s hoch kommt, dann vielleicht noch ’ne Urlaubskarte. Dafür muss ich echt nicht kreativ sein …“

Kann man so stehen lassen, muss man aber nicht …

Geschrieben wird ja fast täglich: Einkaufszettel, Liebesgedichte, Bestellformulare, Beschwerden an Firmen, Leserbriefe, und, und, und … Klar, für das meiste davon muss man nicht besonders kreativ sein. Schaden würde es allerdings auch nicht. Und wer über die bloßen Formulare, Bestellanforderungen und Notizen hinaus etwas zu Papier (oder auf den Bildschirm) bringen will, für den gibt es in Deutschland mehr als 2000 Kurse, Workshops und Seminare, die sich an den Volkshochschulen und anderen Institutionen mit dem Thema „Kreativ Schreiben“ befassen.

Wozu gehen die Leute bloß dahin?

Ganz einfach: Weil sie ihre Texte individuell verfassen wollen. Weil sie originell, einzigartig, phantasievoll schreiben möchten, um ihrem Leser oder den Lesern damit mehr zu geben als eine reine Information. Sie wollen Techniken erlernen, mit denen sie anderen ihre Gefühle mitteilen können. Und zwar so, dass diese sie auch verstehen und nachvollziehen können.
Viele aber besuchen solche Kurse nicht nur, um anderen etwas auf besondere Art mitzuteilen. Denn das Kreative Schreiben hilft auch, für sich selbst neue Ausdrucksformen und -möglichkeiten zu finden, sich selbst auf eine bis dahin unbekannte Weise zu entfalten.

Und das hilft wirklich?

Beim Kreativen Schreiben kann jeder Ressourcen in sich entdecken, die oft viele Jahre brachgelegen haben. Wichtig ist dabei die für viele überraschende Entdeckung, dass wir von Kindesbeinen an darauf trainiert wurden, hauptsächlich unsere linke Gehirnhälfte zu nutzen. Und die ist für das rationale Denken, für Logik, Mathematik, erlerntes Wissen und zielorientiertes Handeln zuständig. Die rechte Gehirnhälfte, in der Phantasie, Kreativität, ungewöhnliche Problemlösung stattfindet, wird bei den meisten Menschen von einem Zensor klein gehalten. Und dieser Typ verhindert, dass wir so schreiben, wie wir es eigentlich wollen. Kreatives Schreiben hilft dabei, die beiden Hälften wieder zu vereinen und so Gefühl und Logik zusammenzubringen – und den Zensor dahin zu verbannen, wohin er gehört: auf den Müll!

Das ist doch nur etwas für Spinner

Ungewohnte Wege sich auszudrücken, mit anderen zu kommunizieren, helfen, sich selbst näher zu kommen, sich in einem neuen Licht zu sehen. Dadurch, dass alte Gewohnheiten abgelegt und Unbekanntes entdeckt wird, werden viele Dinge aus einem neuen Blickwinkel betrachtet. Vor allem ist das Kreative Schreiben ein Prozess, der alle Sinne mit einbezieht: Sehen, Hören, Riechen, Fühlen ja sogar das Schmecken trägt dazu bei, dass rund ums Schreiben Erfahrungen gemacht werden können, die hinterher von den meisten als Bereicherung für ihr gesamtes Leben betrachtet werden.

Eigentlich kann es jeder gebrauchen

Oft fällt auf, dass zum Beispiel Studenten, Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte oder auch Bäcker, Mechantroniker und Redakteure über jede Menge Fachwissen verfügen. Ihr Problem: Sie schaffen es einfach nicht, ihre fachlichen Arbeiten so verfassen, dass sie nicht trocken und langweilig wirken. Genau das aber wäre viel öfter nötig als man denkt. Zum Beispiel für Selbstständige, die Werbung machen müssen. Für Leute, die mit Mailings Kunden gewinnen wollen. Für andere, die Artikel in Fachzeitschriften veröffentlichen oder ihre Kunden über Neuigkeiten in ihrem Betrieb informieren möchten. Ruck, zuck schweben dann die Finger wie erstarrt über der Tastatur und bringen nichts zustande. Die Schreibblockade hat einen fest im Griff …

Erfolg stellt sich schnell ein

Wer sich zum ersten Mal mit dem Kreativen Schreiben beschäftigt, ist meist ziemlich überrascht. Denn der Erfolg stellt sich fast immer so schnell ein, dass man kaum weiß, wie. Erstaunt werden dann ältere Texte mit den neuen verglichen, die mit den einfachen Methoden des Kreativen Schreibens verfasst wurden. Und siehe da: Fast scheint es, als hätten zwei verschiedene Personen geschrieben. Oft genügen nur zwei oder drei Übungen, um etwas in Gang zu setzen, das einfach Lust auf mehr macht.

Fazit:

Beinahe jeder kann Kreatives Schreiben“ gebrauchen. Ganz sicher aber kann jeder einen Nutzen für sich daraus ziehen, der seinen gesamten Alltag und sein Berufsleben positiv beeinflusst. Und viele entdecken dabei das vielleicht schönste Hobby der Welt für sich: das Schreiben …

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