Burnout – hat Sie’s auch schon erwischt?

Burnout – hat Sie’s auch schon erwischt?

Überlastet, gestresst, lustlos, ausgebrannt – mit diesen vier Worten könnte man den Zustand der Deutschen beschreiben, wenn‘s um ihre Arbeit geht. „Burnout“ ist das Schreckgespenst der heutigen Zeit. Aber es lässt sich bekämpfen …

 

Verluste in Milliardenhöhe 

burn-money-1463224_1280Das ist doch der pure Wahnsinn! Die Ausfallzeiten, die durch Burnout und andere psychische Erkrankungen verursacht werden, kosten allein die Wirtschaft jedes Jahr mehr als 70 Milliarden Euro – verbranntes Geld! Belastungen fürs Gesundheitssystem sind da noch gar nicht mit eingerechnet. Krankenkassen und unabhängige Gesundheitsexperten schätzen, daß über 13 Millionen Arbeitnehmer von einem Burnout betroffen sind. Das ist ungefähr jeder Fünfte!

 

Frauen sind öfter betroffen

Vor allem Frauen zwischen 30 und 59 Jahren sind es, die sich einfach ausgebrannt fühlen, nicht mehr können, morgens kaum noch wissen, warum sie eigentlich noch aufstehen sollen.
Klar. Neben der Belastung durch den Job kommen häufig noch die Kinder dazu. Das Engagement im Elternbeirat, Hausaufgabenkontrolle, Organisation der Klassenfahrt und des Sportvereins. Und dann noch der Wocheneinkauf, das offene Ohr für die Probleme des Mannes, die Steuer, die Planung des nächsten Urlaubs und der Weihnachtsbesuche …hustle-and-bustle-494069_1920
Frauen seien von Natur aus belastbarer, heißt es oft lapidar. Wer sich aber näher mit dieser Materie befasst, weiß: Das ist reiner Blödsinn!
Tatsache ist, dass Frauen länger schweigen und ertragen, weil sie meist verantwortungsbewusster ihren Mitmenschen gegenüber sind. Sie wollen den Chef, den Ehemann, die Freunde nicht enttäuschen, sorgen und kümmern sich so intensiv um die Kinder, dass sie sich selbst dabei vergessen. Die ersten Warnsignale eines Burnouts werden da eher mal nicht beachtet. Umso heftiger trifft sie dann jedoch. Plötzlich und wie aus heiterem Himmel erstarren sie nicht selten regelrecht, können einfach nicht mehr aus dem Bett aufstehen, werden von unergründlichen Weinkrämpfen geschüttelt, verfallen in schweigende Depressionen.
Den richtigen Frust gibt’s aber erst, wenn sie endlich doch mal mit diesen undefinierbaren Beschwerden zum Arzt gehen. Wechseljahre“ lautet die Diagnose dann meistens, Hormonstörungen“. Ruck, zuck fühlen sich viele Frauen dann buchstäblich von einem Tag auf den anderen alt. Unnütz, lästig, wertlos. Nicht weiter schlimm, dagegen gibt’s ja Tabletten …
Die wahre Ursache – einfach eine erschreckende Überbelastung – wird oft ignoriert. Dadurch aber wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt; denn wer glaubt, zu nichts mehr nutze zu sein, dem gehen ganz schnell die Ziele, Erfolgserlebnisse, der Sinn des Lebens verloren. Und schon ist er noch stärker da als zuvor, der Burnout!
Bezeichnend ist, dass der größte Teil der Betroffenen – egal, ob angestellt oder selbstständig – aus dem Bereich der Dienstleistungen kommt. Nörgelnde Kunden, fordernde Chefs, Undank und keine sichtbaren Ergebnisse der Arbeit zehren eben an den Nerven.

Warum trifft’s eigentlich nie den Chef?

Hand aufs Herz: Kennen Sie einen Chef, einen Vorgesetzten, einen Geschäftsführer, von dem bekannt ist, dass er einen Burnout hatte? Nein? Kein Wunder! Tauchen Arbeitgeber, die oft noch mehr von Stress geplagt sind, unter Existenzängsten leiden und ständig unter Strom stehen, in den Statistiken doch so gut wie gar nicht auf!
silhouette-895681_1920Der Grund dafür ist einfach: Ein Großteil der Selbstständigen ist privat versichert. In den Erhebungen der gesetzlichen Krankenkassen finden sie also gar nicht statt. Hinzu kommt, dass Erkrankungen aus dem sogenannten depressiven Formenkreis immer noch als eine Art Schwäche“ angesehen werden. Und so etwas will und kann ein taffer Geschäftsmann ja nicht zulassen, oder? Vor allem nicht vor seinen Angestellten, denen er ja Vorbild sein muss, für die er im besten Fall Verantwortung trägt und für die er im schlimmsten Fall immer den harten Hund“ spielen will.
Heißt das also, dass Chefs zäher sind, mehr aushalten? Nein! Aber sie wissen ihre Beschwerden oft besser zu verstecken. Nur selten tritt jemand, von dem man immer dachte, er sei glücklich, habe ein ausgefülltes Leben und stände stets unbeirrbar seinen Mann“ an die Öffentlichkeit und gibt zu: Ja, ich habe einen Burnout!“
Der Fernsehkoch Tim Mälzer hat’s getan und sich nach der Erkenntnis, ausgebrannt zu sein, erst mal eine Auszeit genommen. Auch der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck, erlitt – wahrscheinlich in Folge eines Burnouts – zwei Hörstürze sowie einen Nerven- und Kreislaufzusammenbruch, ehe er die Notbremse zog und sein Amt niederlegte.
Nur zwei Beispiele von sogenannten Führungskräften, bei denen Stress und Überlastung gewissermaßen die Führung übernommen haben. Die Dunkelziffer liegt allerdings bei Weitem höher …

Seele krank = Körper krank

Die Folgen dieses Raubbaus an Körper und Seele: Verspannungen, Lustlosigkeit, Hörsturz, Depressionen, Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Herzrasen. Und das sind nur einige der vielschichtigen Symptome, die ein Burnout verursacht.
Aber wie soll man da gegensteuern?

 

Die 6 wirkungsvollsten Tipps gegen den drohenden Burnout

1. Vergessen Sie Multitasking!

Dieses Modewort ist ein glatte Lüge. Jeder Mensch kann exakt 100 % seiner Energie, Konzentration, Kraft für eine Sache aufbringen. Macht man mehrere Dinge gleichzeitig, versucht an alles Mögliche auf einmal zu denken, teilen sich diese 100 % logischerweise auf. Und für jedes dieser Dinge bleibt dann eben nur noch ein Rest an Aufmerksamkeit übrig. Die Folge: Weil man einfach nicht alle Aufgaben gleich gut erledigen kann, sind Frust und Stress vorprogrammiert. Konzentrieren Sie sich deshalb immer nur auf eine Sache, haken Sie diese ab und packen Sie erst dann die nächste an.

2. Was du heute kannst besorgen …

… das verschiebe nicht auf morgen. Will sagen: Je länger man eine Aufgabe vor sich herschiebt, desto größer wird sie, desto mehr Raum nimmt sie in unseren Gedanken ein, desto drängender schleicht sie sich in alles andere, das wir tun. Steht also eine unangenehme Erledigung an, dann atmen Sie zwei Mal tief durch und bringen Sie‘s hinter sich. Sie werden staunen, wie erleichtert – und entspannt! – Sie danach sind.

3. Immer locker bleiben

Klingt banal, ist es aber nicht. Und vor allem kann man Gelassenheit auch trainieren. Schon bevor eine mögliche Stresssituation auftaucht und Sie völlig fertig macht, sollten Sie sich in Gedanken immer wieder folgende Sätze wie ein Mantra vorsagen: „Ich stelle mich der Herausforderung. Ich schaffe das. Ich kämpfe nicht dagegen an. Ich werde die Situation meistern. Ich freue mich darauf, wenn es geschafft ist.“

4. Der wichtigste Muskel Ihres Körpers

Das ist nicht der Herzmuskel (wenn der nicht mehr mitspielt, ist es sowieso zu spät …) Nein, es ist der musculus zygomaticus, zu Deutsch der „Jochbeinmuskel“. Dieser unscheinbare Faserstrang, der unseren Jochbogen mit dem Mundwinkel verbindet, wird oft auch „Lachmuskel“ genannt. Warum? Weil er dafür sorgt, dass der Mundwinkel nach hinten und oben gezogen wird. Mit anderen Worten: Mit seiner Hilfe lächeln wir! Wissenschaftler haben längst festgestellt, dass uns sogar ein absichtliches, ein gespieltes Lächeln entspannt und glücklich macht. Steht demnächst also mal wieder eine scheinbar unlösbare Aufgabe bevor, dann atmen sie zwei oder drei Mal tief ein und lächeln Sie einfach mal ganz bewusst vor sich hin.

5. Auspowern befreit

Wer sich bewegt, setzt in seinem Körper das sogenannte Glückshormon Serotonin frei. Dieses sorgt für inneren Antrieb, besseren Schlaf und mehr Wohlbefinden. Das Beste: Man muss nicht unbedingt drei Mal die Woche ins Fitnesscenter rennen oder auf den nächsten Marathon hin trainieren. Nein, schon moderate Bewegung wie zum Beispiel spazieren gehen, Rad fahren oder ein paar gymnastische Übungen sorgen dafür, dass die Nerven belastbarer werden und der Stress abnimmt.

6. Die innere Stärke trainieren

Neben der Bewegung des Körpers ist auch eine innere Harmonie wichtig, um Stresssituationen zu bewältigen und dem Burnout paroli zu bieten. Autogenes Training, Meditation, Yoga und bestimmte Schreibübungen gegen Stress, Ängste und Burnout zum Beispiel haben sich bestens bewährt.

 

Selbsttest: Bin ich Burnout-gefährdet?

– Ich habe keine Lust mehr, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen                                                           Ja  Ο                           Nein  Ο

– Oft bin ich auch tagsüber müde und fühle mich schwächer als früher                                                                  Ja  Ο                           Nein  Ο

– Ich habe manchmal keine Lust mehr, über irgendetwas nachzudenken                                                               Ja  Ο                           Nein  Ο

– Es kommt vor, dass ich schon wegen Kleinigkeiten an die Decke gehe                                                                Ja  Ο                           Nein  Ο

– Ob ich gut oder schlecht arbeite, ist allen völlig egal                                                                                                Ja  Ο                           Nein  Ο

– Manchmal frage ich mich, welchen Sinn alles überhaupt hat                                                                                  Ja  Ο                           Nein  Ο

– Ich schaffe immer mehr, bekomme aber irgendwie immer weniger erledigt                                                        Ja  Ο                           Nein  Ο

– Mein Job ist mir im Grunde genommen völlig egal                                                                                                    Ja  Ο                           Nein  Ο

– Am liebsten wäre ich nur noch für mich allein                                                                                                             Ja  Ο                           Nein  Ο

– Meine Kollegen nerven mich nur noch                                                                                                                         Ja  Ο                           Nein  Ο

– Von mir gibt es nur noch schnippische Antworten auf ganz alltägliche Gesprächsthemen                              Ja  Ο                           Nein  Ο

– Irgendwie habe ich das Gefühl, innerlich immer härter zu werden                                                                         Ja  Ο                           Nein  Ο

 

Auswertung:

0- bis 3-Mal „Ja“ angekreuzt?
Glückwunsch, bei Ihnen besteht vorerst keine Gefahr, ein Burnout-Syndrom zu bekommen.

4- bis 7-Mal „Ja“
Achtung! Der Burnout lauert quasi schon an der nächsten Ecke auf Sie. Jetzt ist noch Zeit, einen anderen Weg einzuschlagen, der Ihre Psyche wieder stabilisiert.

8- bis 12-Mal „Ja“
Sie sind ernsthaft gefährdet! Bitte suchen Sie so schnell wie möglich eine Burnout-Beratung auf oder sprechen Sie mit Ihrem Arzt über geeignete Maßnahmen, zum Beispiel eine spezielle Burnout-Therapie.

 

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2 Comments

  1. gabriele matthey sagt:

    Wow ! Einfach wundervoll geschrieben, Kenne ja das Hamsterrad aus eigener Erfahrung mit dem schnellen Abstempeln und Pillen verschreiben. Bin einfach begeistert über die Kompetenz und auch die Empathie (ja, auch so ein Modewort) des Beitrags. Hut ab und touché ! Klasse gemacht !

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