Deutsche Sprache – kuriose Sprache

Deutsche Sprache – kuriose Sprache

Deutsch gilt ja als eine der schwierigsten Sprachen überhaupt. Und nicht nur für Ausländer, die jetzt hier Sprachkurse besuchen sollen. Stolperfallen lauern im Deutschen auch auf so manchen „Muttersprachler“ – allein das ist ja schon wieder so ein komisches Wort. Zwar lebt man im Land seines Vaters, also im Vaterland; die Sprache aber ist die der Mutter … 

Wo der Keiser auf dem Trohn sitzt

Das Deutsche an sich ist voll von Kuriositäten, die man echt niemandem erklären kann. Oder versteht irgendjemand, warum man den herrschaftlichen Sitz „Thron“ schreibt, also mit einem da völlig nutzlosen H? Zumal rein lautsprachlich das H an eine ganz andere Stelle gehörte, nämlich als sogenanntes „Dehnungs-h“ hinter das O. Schließlich spricht man den „Trohn“ ja genau so aus, oder?
Bleiben wir kurz noch bei den Herrschaften. Zwar haben wir ihn nicht mehr, aber wir schreiben ihn noch: den Kaiser. Was ich mich schon immer gefragt habe: Warum, zum Henker, wird der eigentlich mit „ai“ geschrieben und nicht mit „ei“? Verständlich wäre es vielleicht, wenn es ein Teekesselchenwort zu Kaiser gäbe. Zum Beispiel wie „Saite“ und „Seite“, „Kain“ und „Kein“, „Main“ und „Mein“ oder „Waise“ und „Weise“. Aber so …?

Keine Eltern mehr? Dann bist’e automatisch ein Mädchen

Apropos Waise – es gibt ja nur die Waise, also weiblich. Wenn ein Junge seine Eltern verliert, ist er auch eine (feminin) Waise, niemals nie nicht ein (maskulin) Waiser! Ob das so weise ist …

Wenn die Mehrzahl zur Einzahl wird – oder umgekehrt?

Das mit dem Plural – also der Mehrzahl – im Deutschen, ist ja auch so ein Ding für sich. Wir haben Montage, Dienstage, Donnerstage, Freitage, Samstage und Sonntage. Ach ja, einen hab ich vergessen: den Mittwoch. Und jetzt verrat mir mal einer, wie von denen denn eigentlich zwei heißen …
Noch einen: Alle haben eine Mutter, selten kommen auch zwei Mütter vor. Jeder hat einen Vater, manch einer hat zwei Väter. Die tragen hin und wieder einen Hut, zu Hause hängen noch andere Hüte. Ich kenne jemanden, der hat nicht nur einen Kater, sondern gleich drei … äh … nun ja, wie denn? Käter?
Ähnlich verhält es sich mit unseren Landwirten, kurz „die Bauern“ genannt. Warum wird dieses wurmfortsatzähnliche „N“ im Plural nicht auch anderen Berufen angehängt? Dann hätten wir so lustige neu erfundene Worte wie „die Bäckern“, „die Maurern“, „die Fußballern“ oder auch „die Deutschlehrern“.

Unerklärliche Werte und Erfindungen

Erfundene Worte sind ja überhaupt klasse. In letzter Zeit ist alles, was Begeisterung hervorruft, „mega“. Hat also den Wert einer Million – den Wert von was eigentlich? Aber was, wenn‘s dann noch besser ist? Hat das dann den unerklärlichen Wert von einer Milliarde, ist also „giga“? Ich hör‘ die Juroren im Fernsehen schon sagen: „Du, das war jetzt echt gigageil, du!“
Und jetzt – Achtung, ducken! – kommt ein uralter Witz: Wer hat‘s Handy erfunden? Richtig, die Schwaben waren‘s. Die haben nämlich gleich mal gefragt: „Hän die koi Schnürle …?“ Hahaha.
Tatsächlich ist das „Handy“ eine urdeutsche Erfindung. Nein, nicht das praktische kleine Telefon zum Überallhinmitnehmenundjederzeiterreichbarsein. Das Wort als solches ist teutonisch! Im Original heißen die Dinger nämlich „mobile phone“ oder „cell phone“. Aber bei uns klingt‘s irgendwie niedlicher, stimmt‘s?

Ein Wort mit vier „ck“ und das längste von allen

Was auch niedlich klingt – und vor allem aussieht wenn‘s geschrieben ist – sind Worte wie Picknickrucksack oder Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz (das Wort gab‘s wirklich mal, wurde inzwischen aber abgeschafft, weil das Gesetz nicht mehr existiert).

Jetzt wird’s fremdwörtisch

Niedlich hin oder her – am allerniedlichsten (das war jetzt ein doppelter Superlativ; gibt‘s auch nur im Deutschen) ist es ja immer noch, wenn jemand sagt: „Ich liebe dich!“ Das kann man in jeder Sprache sagen: „I love you“, „Minä rakastan sinua“, „Ti amo“, „Es tevi milu“, „Ninikupenda“ oder „Ben seni seviyorum“.
In jeder Sprache? Nein, nicht in jeder. Zumindest, wenn man Kölsch als eigene Sprache bezeichnen möchte, was jedem Nicht-Kölner ja sofort einleuchten dürfte. Denn tatsächlich gibt es auf gut Kölsch nichts, das adäquat zu „Ich liebe dich“ wäre. Da sagt man ganz einfach „Isch han disch jän.“

Fallen euch noch mehr Kuriositäten der deutschen Sprache ein? Nutzt einfach die Kommentarfunktion – dazu ist sie ja da.

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