Krankenkassen – heute schon verarscht worden?

Krankenkassen – heute schon verarscht worden?

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Ab 2016 wird uns mal wieder mehr Geld aus der Tasche gezogen! Und zwar von den gesetzlichen Krankenkassen. Die haben nämlich ihre Zusatzbeiträge um durchschnittlich 0,2 Prozent erhöht. Und dank der „Neuregelung der Finanzstruktur der Krankenversicherung“ unseres Gesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) können sich die Arbeitgeber mal wieder ganz entspannt zurücklehnen und breit grinsen. Weil das Gesetz vorsieht, dass künftige Erhöhungen der Zusatzbeiträge einzig und allein vom Arbeitnehmer zu stemmen sind. 

Alle sind gleich – nur ein paar sind ein bisschen gleicher …

Lange scheint es her zu sein, da sollten die Krankenkassen mal eine „Solidargemeinschaft“ bilden. Gesunde Mitglieder sollten auch für kranke Mitglieder zahlen, die Beiträge sollten immer je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernommen werden. Pustekuchen! Nur die einen zahlen drauf, während der „Solidarbeitrag“ der anderen eingefroren wurde.
Das Argument, welches Thomas Stritzl (CDU), Mitglied des Gesundheitsausschusses unserer Regierung, dazu anführt, ist schon echt toll: „Die Kostenbelastung der deutschen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb soll nicht erhöht werden …“, sagt er auf N24.

Undank ist der Welten Lohn …

Hä? Was jetzt? Wie bitte? Die deutsche Wirtschaft, der es so gut geht wie seit Jahrzehnten nicht, soll um Himmels Willen bloß nicht irgendwas bezahlen müssen? Aber wir, Sie und ich und du und er und überhaupt, wir müssen tiefer in die Tasche greifen. Wer, bitteschön, hat denn durch Lohnverzicht, Überstunden, Mehrleistung, Erhöhung ins Renteneintrittsalter und generellem Stillhalten dafür gesorgt, dass Deutschland Exportweltmeister ist und im globalen Wettbewerb 1A dasteht? Die Arbeitnehmer waren das!
Mal im Ernst: Wie soll man sich denn da nicht verarscht fühlen?

Unser Geld für deren Glaspaläste, Fürstengehälter und Imagebroschüren …

In Deutschland gibt es 123 Krankenkassen. Sie alle brauchen topmoderne Büro- und Verwaltungsgebäude aus Glas und Chrom. Da arbeiten jede Menge Leute, die bezahlt werden wollen – und die meisten nicht zu knapp. Millionen und Milliarden Euro werden in Werbung, Marketing und Imagekampagnen gesteckt. Mit anderen Worten: Die meisten gesetzlichen Krankenkassen blasen ihre Kohle dermaßen raus, dass es einem als Mitglied nur so in den Ohren rauscht!

Geduld und Verzicht sind die neuen Tugenden der Kranken …

Und dafür bekommt man als gesetzlich Versicherter im Krankheitsfall bei Weitem nicht die Leistungen wie privat Versicherte. Man muss – selbst in Akutfällen! – länger auf einen Termin beim Facharzt warten (oft mehrere Monate). Man bekommt weniger gute Medikamente. Man hat keinerlei Anrecht auf Leistungen wie vernünftigen Zahnersatz, Zuschuss zu Sehhilfen, alternative Behandlungsmethoden, Physiotherapien und, und, und …
Aber zahlen soll man. Immer mehr und immer weiter. Wie lange soll das eigentlich noch so gutgehen? Wann sind wir Kühe durch Steuern, Abgaben, Gebühren und Beiträge so weit ausgemolken, das wir saft- und kraftlos mit einem letzten kläglichen „Muh“ zu Boden sinken?

Mensch, da wird man ja krank, wenn man so darüber nachdenkt …

4 Comments

  1. Raija sagt:

    Ja, die Krankenkassen sind schon frech und glauben, das doofe Volk kapiert nicht, was die wirklich machen … Das Tragische ist aber, dass das Volk nicht wirklich etwas dagegen tun kann. Ich hab‘ mich mit Dir aufgeregt, Ralf!

  2. Andreas sagt:

    Glaubt nicht, dass wir Privatabgezockten, äh ich meine -versicherten besser dran sind. Die Versicherungsgesellschaften sind gesetzlich VERPFLICHTET, ihre Beiträge regelmässig „anzupassen“ (erhöhen). Die tun mir so leid!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *